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Otto Buchinger I.

Der Begründer des Heilfastens

Der Begründer der BUCHINGER-Methode erblickt am 16. Februar 1878 in Witzenhausen an der Werra das Licht der Welt. Kurz nach seiner Geburt zieht die Familie nach Darmstadt, wo der Vater eine Stelle als Regierungsassessor beim hessischen Großherzog bekommen hatte. In Darmstadt legt Otto Buchinger das Abitur ab – auch wenn es heißt, die Noten in Mathematik hätten das erfolgreiche Bestehen beinahe verhindert.

Auf Geheiß seines Vaters schreibt sich Otto Buchinger 1897 an der Großherzoglich-Hessischen Ludwigs-Universität für Rechtswissenschaft ein. Wäre er diesem Weg gefolgt, gäbe es das Heilfasten in der uns heute bekannten Form wahrscheinlich nicht. Glücklicherweise entscheidet sich Otto dazu, sich dem Wunsch seines Vaters zu widersetzen und schreibt sich nach einem Semester für Medizin ein. Angeblich haben nicht nur die Neigungen des jungen Studenten, sondern auch der spätere Vorlesungsbeginn zu dieser Entscheidung beigetragen. Nach zwischenzeitlicher Unterbrechung durch den Militärdienst setzt Buchinger sein Studium in München fort. Dort wird er am 30. Dezember 1901 approbiert.

Nach seinem Studium arbeitet Otto Buchinger an seiner Promotion mit dem Titel „Symptom der Personenverkennung“, die er jedoch nie abschließt. Mit einer Arbeit zum Thema „Wie verändert Pepsin die elektrische Leitfähigkeit der Milch?“ wird er 1902 promoviert.

Im Anschluss arbeitet Otto Buchinger als Marinearzt. Diese Tätigkeit lässt ihn viele Orte bereisen. Nachdem sein Schiff vor der Küste Kapstadts Leck geschlagen hat, trifft Otto Buchinger seine Jugendfreundin Else Sander. Zurück auf heimischem Boden entschließen sie sich zur Ehe und heiraten am 12. Dezember 1908. Zusammen zieht das Paar nach Wilhelmshaven. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor: Hans Wolfgang, Hertha, Otto Hermann Ferdinand und Maria Johanna.

Nachdem Otto Buchinger aus dem Offiziersdienst ausgeschieden war, plagt ihn ein schweres Gelenkrheuma. Verschiedene Behandlungen, unter anderem ein längerer Aufenthalt in einem Offiziersklinikum, bringen keine Linderung. Otto Buchinger entschließt sich zu einer Fastenkur bei Dr. Riedlin in Freiburg, die tatsächlich die erhoffte Linderung des Leidens bringt. Seit dieser Erfahrung setzt Otto Buchinger viel Energie in die Erforschung und Weiterentwicklung des Heilfastens.

1920 gründet er das „Kurheim Dr. Otto Buchinger“ in Witzenhausen, seinem Geburtsort. Dort ist er Dozent für Tropenhygiene an der Deutschen Kolonialschule. In den folgenden 15 Jahren vergrößert sich die Zahl der Kurgäste in Buchingers Klinik. 1935 zieht die Fastenklinik in den Kurort Bad Pyrmont um.

Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet auch für das Klinikum Einschnitte. Immer wieder werden Hausdurchsuchungen durchgeführt, 1941 der Assistent Otto Buchingers verhaftet. Später folgen Beschlagnahmungen des Eigentums Buchingers, sodass der Klinikbetrieb nur noch in geringem Umfang fortgeführt werden kann. Nach dem Ende der Gewaltherrschaft erhält das Klinikum seine Liegenschaften zurück. 1946 kehrt Otto Buchinger II. aus Kriegsgefangenschaft nach Bad Pyrmont zurück. Von diesem Zeitpunkt an führen Vater und Sohn die Fastenklinik gemeinsam.

1953 gibt Otto Buchinger die Leitung der Klinik komplett ab und zieht an den Bodensee, wo er seinen Lebensabend verbringt. Otto Buchinger I. verstirbt am 16. April 1966 im Alter von 88 Jahren.

Impressionen
EINDRÜCKE AUS DEM LEBEN OTTO BUCHINGERS I.