Wir sind für Sie da:
+49-5281-166 0
Broschüre bestellen
TerminTelefon

Jubiläum: 105. Geburtstag von Dr. Otto Buchinger (II)

19. März 2018  |  Ein Gedenktext von Dr. Andreas Buchinger an seinen Vater

Heute wäre Dr. Otto Buchinger (II) 105 Jahre alt geworden – aus Anlass dieses Jubiläums hat Dr. Andreas Buchinger einen Gedenktext zu den Verdiensten seines Vaters um die BUCHINGER-Methode verfasst (Download Text als PDF):

ERINNERUNGEN AN DIE VERDIENSTE VON  DR. OTTO H.F. BUCHINGER (II)ANLÄSSLICH SEINES 105. GEBURTSTAGS
(GEB. 19.03.1913 IN FLENSBURG)

VON DR. ANDREAS BUCHINGER

Im Rückblick auf die Verdienste von Dr. Otto Buchinger II gäbe es viel zu berichten, jedoch hat mein Vater in seiner (viel zu großen) Bescheidenheit nie auch nur irgendein Aufheben um sich und seine Neueinführungen (Badeabteilung, Therapieformen etc.) gemacht!

Wenn ich ihm seine Verdienste lobend vorhielt, sagte er unter Umständen „das war mein Vater“ (obwohl das so eben nicht allein seinVater war). Seine Liebe zu seinem Vater & Bewunderung des Vaters begleitete ihn sein ganzes Leben. Da er mit sich so bescheiden war, gibt es kaum Aufzeichnungen dazu aus seiner Hand. Aus Gesprächen mit meinem Vater versuche ich hier seine Verdienste zu rekonstruieren:

  • DER SYSTEMATISCHE AUFBAU NACH DEM FASTEN, WIE WIR IHN HEUTE KENNEN. Ganz früh (ab 1920) war es üblich,direkt nach dem Fasten in eine vegetarische Wieder-Ernährung überzugehen. Da einige Ex-Faster mit Magen-Darmbeschwerden auf die plötzliche Vollwerternährung reagierten, standen Tragen oder schmale Betten im Haus bereit, auf die man sich schnell legen konnte, um eine krampflösende Injektion zu bekommen. Ich denke, das war in Bad Pyrmont schon Dank meines Vaters Intervention erledigt, der abgestufte Aufbau war kreiert.

  • DIE TRINKMENGEN waren unter meinem Großvater eher begrenzt, mein Vater erhöhte die tägliche Trinkmenge deutlich.
  • BALNEOPHYSIKALISCHE ANWENDUNGEN (Massagen, Physiotherapie, erweitert um Kneipp, Moor, etc.) gab es unter meinem Großvater im eigentlichen Sinne nicht. Noch in der Anfangszeit Bad Pyrmonts (ganz zu schweigen von Witzenhausen) gab es keine eigentliche Badeabteilung, gelegentlich massierten MasseurInnen die Patienten in ihren Zimmern – und das bei den damals üblichen Betten (nicht angenehm für die MasseurInnen bzw. für deren Rücken). Initiiert durch meinen Vater, ist eine vollwertige Badeabteilung mit allen Facilities, mit Physiotherapeuten, MasseurInnen, usw. heute in unserer Klinik selbstverständlich.
  • SPORT: Bewegung und sportliche Angebote waren früher nicht wirklich in den Fasten-Aufenthalt in unserer Klinik integriert oder gar Bestandteil. Mein Vater führte Wanderungen und Gymnastik-Kurse ein.
  • Seit 1989 bieten wir TCM BZW. AKUPUNKTUR in unserem Haus an – ebenfalls auf Initiative meines Vaters.
  • DIAGNOSTIK: Mein Vater führte Laboruntersuchungen und EKG‘s ein.
  • Er baute außerdem ein NETZWERK VON SO GENANNTEN KONSILIARÄRZTEN auf, zu denen er Patienten schickte, die ihm mit bestimmten Symptomen oder mit Beschwerden auffällig erschienen. So wurde nebenbei auch noch Diagnostik in weiterem Umfang gemacht, mancher Patient verdankt meinem Vater (und natürlich allen weiteren Ärzten bis heute) dadurch seine Gesundheit (Früherkennung). Viele Patienten waren dafür sehr dankbar, denn sie hatten für Vorsorgeuntersuchungen zuhause keine Zeit bzw. vergaßen die Untersuchungen einfach.
  • Auch die Erstellung von ÄRZTLICHEN BEHANDLUNGSBERICHTEN (auf Wunsch oder bei Notwendigkeit) kann als Verdienst Otto Buchingers II genannt werden – diese gab es im Voraus nicht.
  • Die „ERWEITERTE“ KÜCHE mit einer großen Rezeptvielfalt, und mit Kochkursen („Show Cooking“) ist beiden Eltern (Otto und Marieluise) zu verdanken. Das Repertoire an Rezepten wird bis heute beständig erweitert.
  • Unter meinen Eltern gab es ebenfalls die Einführung der HIPPOTHERAPIE, was jedoch nicht langfristig weiterverfolgt wurde. Meine Mutter liebte Pferde und ritt selbst, und damit auch die ganze Familie.
  • Die ANWERBUNG ARABISCHER PATIENTEN bzw. die Verankerung des Begriffs BUCHINGER in den arabischen Gebieten ist dem Ursprung nach auch meinem Vater zu verdanken, der in den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgedehnte Reisen im Irak und im Iran unternahm, und dabei auch öffentlichkeitswirksame Auftritte (TV/Universitäten) absolvierte. Die Klinik in Kairo (genauer Mokkatam Hills, 1979 bis 1980) lief zwar – aufgrund von infrastrukturellen Problemen leider nur ca. 13 Monate –, verankerte aber zusätzlich den Namen BUCHINGER und die BUCHINGER-Methode in diesem Raum, auch dabei wieder mit öffentlichen Auftritten (z. B. in Ägypten).
  • REGELMÄSSIGE KONTAKTPFLEGE waren auch Teil des Pensums meines Vaters: darunter führende Funktionen in Hartmannbund, Internationaler Homöopathie-Union etc. Schließlich bekam mein Vater auch das BUNDESVERDIENSTKREUZ und den NIEDERSÄCHSISCHEN VERDIENSTORDEN verliehen (letzterer ist erheblich schwieriger zu erhalten als das Bundesverdienstkreuz!).
  • Nicht zuletzt gründete mein Vater den Pyrmonter Golf Club (anfänglich 9 Löcher, Golfplatzarchitekt Donald Harradine/Ascona), sowie den Pyrmonter LIONS-Club. Auch seine Mitgliedschaften im Pyrmonter Rat, Hartmann-Ärztebund, Deutscher Zentralverein Homöopathischer Ärzte e.V. und in der Internationalen Liga Homöopathischer Ärzte usw. sind ebenfalls erwähnenswert.

Download Text (PDF)