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Forbes Magazin: Dr. Verena Buchinger-Kähler im Interview

05. Juni 2018

Das Magazin Forbes hat ein Portrait über unsere Ärztliche Leiterin Dr. Verena Buchinger-Kähler geschrieben – hier ein Auszug:

"...Auch, wenn es angesichts der medialen Aufmerksamkeit für das Thema manchmal so wirken mag: Das Fasten als innovatives, neumodisches Konzept zu bezeichnen wäre schlichtweg falsch. Denn obwohl das hier praktizierte Heilfasten dezidiert nicht religiös motiviert ist, liegen die beiden Methoden doch nicht weit auseinander. Und religiöses Fasten existiert in allen Farben und Formen: Im Christentum findet der Essensverzicht in Form der 40-tägigen Fastenzeit zur Vorbereitung auf das wichtigste Fest des Glaubens, Ostern, statt. Im Islam wird wiederum in der Zeit des Ramadan auf Essen strikt verzichtet – zumindest untertags. Im Judentum wird am Hochfest Yom Kippur nichts gegessen.

Doch der Boom, der sich rund um das Fasten im Allgemeinen in den letzten Jahren entwickelt hat, lässt diese Traditionen fast verblassen. ­Besonders das Intervallfasten, wo zu bestimmten Tageszeiten oder Wochentagen auf Essen verzichtet wird, ist beliebt. Dabei erhoffen sich jene, die nicht auf die Heilung von Krankheiten abzielen, nicht nur einen gesünderen Umgang mit Nahrung und ein Umdenken in unserer Überflussgesellschaft. Viel eher soll das (zwischenzeitliche) Fasten die Stimmung der Praktizierenden verbessern, das Energielevel erhöhen und die Konzentration schärfen. Dass dabei angeblich auch noch das eine oder andere Kilo purzeln könnte, ist ­na­türlich zusätzlicher Antrieb.

Und – wie so oft, wenn Trends aufkommen – ist auch das Silicon ­Valley vorne mit dabei, wenn es um den Essensverzicht geht. So hörte der Gründer und ehemalige CEO der ­Notizen-App Evernote, Phil Libin (er verließ das ­Unternehmen 2016, Anm.), von ­einem auf den anderen Tag temporär auf, zu essen. Und ­Libin ist nicht der einzige Gründer, der fastet: In San Francisco gibt es „Fasten­klubs“ von Tech-Unternehmern, die gesamte Belegschaft des Start-ups Nootrobox verzichtet jeden Dienstag auf Essen und der Gründer des News-Aggregators Digg, Kevin Rose, hat eine App namens „Zero“ entwickelt, die Menschen beim Intervallfasten helfen soll.

Doch während die meisten im Silicon Valley auf Intervallfasten setzen, ist Libin radikaler. Denn er isst viele Tage nichts und dann an wenigen ­Tagen normal. „Menschen, die 16/8 betreiben“, sagte Libin gegenüber dem Magazin „Wired“ – er beschreibt damit die Methode, bei der man 16 Stunden gar nichts isst und dann acht Stunden normal –, „betreiben für mich kein Fasten. Sie essen.“ Libin schwärmt von den Effekten, die das Fasten für ihn hatte: Er verlor 40 Kilogramm, berichtete von mehr Energie, besserer Laune und erhöhtem Fokus. Doch während Libin und Co vorwiegend die Selbstoptimierung im Auge haben, ist die Buchinger-­Methode dafür gedacht, medizinische Leiden zu lindern oder zu heilen.

Doch wie funktioniert das Ganze? Normalerweise bekommen unsere Zellen ihre Energie von dem Zucker, der in unserer Leber gespeichert und mit jeder Mahlzeit neu aufgefüllt wird. Wenn nun aber gefastet wird – dieser Effekt tritt ab etwa zwölf Stunden ohne Nahrungsaufnahme ein –, sind unsere Zuckerspeicher leer und der Körper fängt an, sich die benötigte Energie anderswo zu holen. Dabei werden erst die Eiweiß­vorräte, bald aber schon die Fettreserven im Körper angezapft. So sollen die Selbstreinigungskräfte des Körpers aktiviert werden. Wie Begründer Otto Buchinger etwa sein Rheumaleiden therapierte, sollen auch andere Leiden durch das Fasten bekämpft werden.

Wichtiger als das Abnehmen ist somit die Befreiung des Körpers von Schadstoffen. Während die Fortschritte in der Heilung von Krankheiten messbar sind, ist der Anteil des Fastens an subjektiven Empfindungen, etwa besserer Laune oder erhöhtem Energielevel, nur schwer abschätzbar. Wie viel auf den Placebo-­Effekt entfällt, ist unklar.

Während Verena Buchinger-Kähler die ärztliche Aufsicht beim Fasten immer und immer wieder hervorstreicht, nehmen es damit nicht alle Unternehmen so genau. Auch, weil der Boom natürlich auch schwarze Schafe hervorbringt, hat das Fasten bei manchen Beobachtern einen schlechten Ruf. Doch auch Buchinger-­Kähler sieht den Boom kritisch: „Alles, wo Menschen mit solchen Methoden schnell viel Geld verdienen wollen, ist problematisch. Beispielsweise halte ich das Wasserfasten (alleinige Aufnahme von Wasser für einen begrenzten Zeitraum, Anm.) ohne ärztliche Aufsicht für extrem bedenklich. Das hat mit unserem Ansatz alles überhaupt nichts zu tun. ...“

Hier finden Sie den ganzen Artikel:

www.forbes.at/artikel/hier-ist-immer-fastenzeit