Morbus Behcet  

 

(@behcet)
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15. März 2015 13:09  

Guten Tag Herr Dr. Buchinger,

Vor 6 Monaten bekam ich, männlich 24 Jahre, 177cm, 64kg die Diagnose Morbus Behcet nachdem ich seit etwa 9 Jahren an rezidivierenden Epididymitis mal links, mal rechts, selten beidseitig leide. Zudem kommen seit etwa 3 Jahren zunehmend häufigere Erythema Nodosum bzw. knotenartige Myogelosen an den Waden hinzu. Gelenkschmerzen und Schwellungen am unteren Schienbein begrüßen mich neuerdings auch. Anfangs hatte ich diese Myogelosen alle 4-6 Monate, mittlerweile 2 mal im Monat. Manchmal bin ich jedoch 2 Monate beschwerdefrei, was meine Beine angeht. Seit der Kindheit habe ich immer wieder Aphten im Mund und ganz selten im Genitalbereich. Letzten Monat bekam ich erstmalig eine Uveitis (vor der Netzhaut) und hatte erste Berührungen mit Kortison in Form von Inflanefran Augentropfen. Die Regenbogenhautentzündung ist nun weg.

Zur Behandlung hat mir ein Chefarzt der Rheumatologie Kortison 20 mg und Azathioprin zum runterfahren des Immunsystems verodnet. Ein weiterer Spezialist (Prof.) möchte noch Colchicin hinzugeben. Diese Medikamente möchte ich alle nicht nehmen, weil ich 1. Angst vor den Nebenwirkungen habe und 2. die Hoffnung habe, dass ich meine Beschwerden durch eine Fastenkur und vegane Ernährung in den Griff bekommen kann. Die Krankheit hat mir bisher 12 KG Gewicht und meine beiden Hobbies Fitness und Fußballspielen geraubt.

Am Dienstag habe ich einen Termin bei einem sehr erfahrenen Heilpraktiker (80). Können Sie mir Tipps geben, was er in meinem Fall alles untersuchen sollte, bevor ich eine Kur beginne?

Glauben Sie, dass mein Vorhaben reicht, um die Krankheit in Kontrolle zu bekommen? Leider ist sie in Deutschland ziemlich unbekannt.

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen im Voraus.

Viele Grüße,
ein motivierter Junger Mann, der die Hoffnung nicht aufgibt!

PS: Werden die Kosten für eine Kur in Ihrem Hause von der Barmer GEK übernommen? Gibt es "Ausnahmekrankheiten" bei denen ein Zuspruch möglich ist?


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(@behcet)
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Beiträge: 2
30. März 2015 21:35  

Hallo Herr Dr. Buchinger,

haben Sie keine Antwort auf meine Fragen?


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(@dr-andreas-buchinger)
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Beigetreten:vor 11 Jahren 
Beiträge: 268
4. April 2015 17:47  

Leider verspätet, da durch sehr grosse berufliche Belastung absorbiert.

Leider gibt es bei Behcet meines Wissens nach keine Studien oder auch "case reports", und damit auch keine Datenlage zum Fasten, auf die ich mich berufen könnte. Auch hatte ich selbst bisher keinen Patienten mit Behcet in meiner Klinik, der fastete.
Behcet ist mir aus meinen Jahren in der Akutmedizin (Akutkrankenhaus) und Ausbildung selbstverständlich bekannt, sowie natürlich seit dem Studium. In meiner Klinik hatte ich in all den Jahren vielleicht 2 Behcet-Patienten, die nicht fasteten.
Im Prinzip hat das Fasten eine deutliche anti-entzündliche Wirkung, und könnte--ebenfalls rein theoretisch--demzufolge auch bei Behcet Wirkung zeigen.
Ich möchte damit auch sagen, dass ich--wie Sie verstehen werden--keine Voraussagen über die Wirkungen des Fastens bei Behcet treffen kann.

Was die Kostenseite angeht, so haben wir z.B. Versorgungsverträge nach § 111 SGB V mit den gesetzlichen Kostenträgern, d.h. die Barmer GEK ist darin eingeschlossen.
Weiteres müssten Sie bitte nach Ostern mit meinem Büro abklären.

Beste Grüsse & Osterwünsche,

Dr. Andreas Buchinger

Bearbeitet:vor 4 Jahren 

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