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Buchinger Ratgeber

Fragen und Antworten rund um die BUCHINGER-Methode

Die Original BUCHINGER-Methode zeichnet sich durch fachlich exzellente Betreuung und behutsames Heranführen an den Alltag nach dem Fasten aus. In unserer Klinik bieten wir Ihnen die besten Voraussetzungen, um einen Fastenaufenthalt durchzuführen. Einige Fragen stellen sich unseren Gästen jedoch schon vor der Ankunft in der Klinik.

Unsere ärztliche Leiterin, Dr. Verena Buchinger-Kähler, beantwortet Ihnen an dieser Stelle die häufigsten Fragen, die zum BUCHINGER-Heilfasten gestellt werden. Eine ärztliche Untersuchung können diese allgemeinen Antworten jedoch nicht ersetzen. Die Anamnese zu Beginn des Aufenthalts ist ein wichtiger Bestandteil des Heilfastens.

Warum sollte man Heilfasten?

Dr. Buchinger-Kähler: Zunächst einmal stellen sich beim Heilfasten körperliche Verbesserungen ein. Das Heilfasten kann an gesundheitlichen Beschwerden alles verbessern, wofür sonst eine herkömmliche Behandlung mit Medikamenten notwendig wäre. Insbesondere bei Beschwerden wie dem metabolischen Syndrom, rheumatischen Gelenkserkrankungen oder Autoimmunerkrankungen ist das Heilfasten eine wunderbare Therapiemöglichkeit.

Jedoch nicht nur für den Körper, auch für den Geist ist die Erfahrung des Heilfastens etwas ganz Besonderes. Die Gäste sind in unserer Klinik aus ihren täglichen Riten und Ritualen herausgerissen. Der Alltag ist oftmals durch die Mahlzeiten strukturiert, die beim Fasten ja entfallen. Dadurch haben die Fastenden die Möglichkeit, über viele Dinge im Leben nachzudenken. Patienten verlieren bei uns oftmals mehr als nur ein paar Kilogramm. Sie setzen sich mit ihren Lebensumständen auseinander.

Diese Strategiesuche begleiten wir nicht nur ärztlich. Unsere Psychologin bringt, in Gruppen- oder Einzelsitzungen, viel Licht ins Dunkel. Heilfasten ist ein gutes Mittel, um diese Katalyse einzuleiten. Zusammen mit dem Detox-Aspekt des Fastens helfen wir sprichwörtlich, die Altlasten auszuleiten.

Das Fasten ist also durchaus auch eine spirituelle Erfahrung. Mein Urgroßvater legte sehr viel Wert auf die religiöse Dimension des Fastens. Diese spielt in unserer Methode heute eine untergeordnete Rolle, wenngleich wir weiterhin ein christliches Haus sind.

Viele unserer gläubigen Patienten erleben beim Fasten auch Momente absoluter religiöser Klarheit. Sie profitieren davon, dass sie sich abseits des Alltagstrotts bewegen – und bewusstmachen, was ihnen guttut.

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt beim Heilfasten: Nicht nur das Körperliche spielt eine Rolle, sondern auch die Bewusstwerdung: Was hat mir gefehlt? Was tut mir gut? Wie gehe ich gut mit meinem Körper um? Das Zusammenspiel dieser beiden Dimensionen nimmt eine wichtige Stellung im Heilfastenprozess ein.

Wir haben zwei Gruppen von Gästen: Die Einen, die vor allem aufgrund der körperlichen Aspekte Fasten. Diese Menschen berichten uns immer wieder von geistigen Erfahrungen, die sie während ihres Aufenthalts machen. Auf der anderen Seite sind unsere spirituellen Gäste erstaunt von den körperlichen Auswirkungen des Fastens.

Wie lange soll man Heilfasten?

Dr. Buchinger-Kähler: Da gibt es keine pauschale Antwort, es kommt darauf an, ob man auf die präventive oder therapeutische Seite des Fastens zurückgreifen möchte. Präventives Heilfasten kann in kürzeren Aufenthalten durchgeführt werden. Meist sind die einzelnen Aufenthalte kürzer, dafür aber häufiger. Unsere Gäste, die Heilfasten präventiv einsetzen, kommen oft zwei Mal im Jahr für sieben bis zehn Tage.

Generell würde ich für den ersten Aufenthalt empfehlen mindestens 14 Tage einzuplanen. So kann man den kompletten Zyklus, vom der Anamnese bis zu den Aufbautagen, miterleben.

Soll das Heilfasten therapeutisch eingesetzt werden, also bei Erkrankungen wie Gelenkbeschwerden, Reizdarmsyndrom oder ähnlichen Darmbeschwerden, sollte das erste Heilfasten mindestens drei Wochen dauern.

Wie lang soll man höchstens Heilfasten?

Dr. Buchinger-Kähler: Theoretisch gibt es keine Maximalfastenzeit. Mein Urgroßvater berichtete von Patienten, die bis zu sechzig Tage lange gefastet haben. In unserer Klinik lassen wir jedoch niemanden länger als 28 Tage fasten. So bleibt gewährleistet, dass die positiven Wirkungen des Fastens erlebt werden.

Wie oft sollte man fasten?

Dr. Buchinger-Kähler: Auch hierfür gibt es keine Vorschrift. Es wäre jedoch gut, regelmäßig zu fasten. Mittlerweile belegen wissenschaftliche Studien, dass regelmäßiges Fasten die Gehirnfunktion anregt. Es fördert die Vernetzung der Gehirnzellen. Bei Schlaganfallpatienten kann man eine schnellere Regeneration des Gehirns feststellen, wenn der Patient regelmäßig fastet. Wie häufig dabei gefastet werden muss, um von Regelmäßigkeit zu sprechen, ist hingegen noch nicht erforscht.

Auch Diabetes-Patienten berichten, dass sie nach Abschluss einer Heilfastenkur bis zu drei Monate mit einer geringeren Dosis an Medikamenten auskommen. Regelmäßiges Heilfasten ist also für viele Gruppen hilfreich.

In der Praxis erleben wir es oft, dass unsere Gäste nach einer Fastenkur eine Veränderung ihrer Essgewohnheiten einleiten. Nach gewisser Zeit greifen viele von ihnen jedoch durch verschiedene Umstände erneut zu den „schnelleren“ Gerichten. Dann kommen sie zurück in unsere Klinik und freuen sich über die Hilfe und den Input, die sie hier erfahren.

Warum muss man beim Heilfasten abführen?

Dr. Buchinger-Kähler: Das Abführen ist ein essenzieller Bestandteil der BUCHINGER-Methode. Zu Beginn des Fastens wird eine Darmentleerung vorgenommen. Dies geschieht traditionell mit Glaubersalz, bei Unverträglichkeiten können auch andere abführende Mittel angewendet werden. Durch die Darmentleerung werden weniger Giftstoffe aus dem Darm resorbiert. Die Gefahr, an Kopfschmerzen zu leiden, sinkt. Auch das Hungergefühl ist durch den entleerten Darm gestillt.

Die Darmentleerung muss während der Fastenkur wiederholt werden. Daher gibt es bei uns alle zwei Tage einen Einlauf, oder alternativ Passagesalz zum Abführen.

Wann verschwindet das Hungergefühl beim Fasten?

Dr. Buchinger-Kähler: Durch die Darmentleerung empfinden die meisten Patienten überhaupt kein Hungergefühl. Auch Kopfschmerzen sind, bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr, eine Seltenheit. Es muss jedoch auf die individuellen Vorlieben der Patienten Rücksicht genommen werden. Wenn jemand beispielsweise viel Kaffee trinkt, sollte darauf nicht komplett verzichtet werden, da der Körper sonst womöglich mit Kopfschmerz reagiert.

Was bedeutet Traditionelle Europäische Medizin für Sie?

Dr. Buchinger-Kähler: Die Traditionelle Europäische Medizin ist eine Art der Heilkunst, wie sie seit Jahrhunderten in Europa praktiziert wird. In den letzten Jahrzehnten wurden die traditionellen Methoden aus Fernost beliebt, jedoch finden sich auch europäische Ansätze einer Heilkunst, die den Menschen als Ganzes in den Blick nimmt. Darauf beruhen auch viele der Therapieansätze.

Der Begriff ist relativ neu, obwohl viele der Methoden unter dem Namen Naturheilkunde bekannt sind und in unserer Klinik auch schon seit Jahren angewendet werden. Zu den Methoden der Traditionellen Europäischen Medizin zählen u.a. Leberwickel, die Kneipp-Medizin, die Kräuterheilkunde nach Hildegard von Bingen, Homöopathie und die anthroposophische Medizin, um nur einige zu nennen.